Die heilende Wirkung der Vergebung

Esther Herrmann

Bevor ich ThetaHealing kannte habe ich mich mit dem Vergeben sehr schwer getan. Einige Ereignisse in meinem Leben waren meiner Meinung nach unverzeihbar. Ich hatte mir sogar geschworen bestimmten Menschen niemals zu vergeben. Ich dachte, Vergebung bedeute anderen Absolution für ihre Taten zu erteilen und ich würde mit dem Verzeihen den Geschehnissen zustimmen.

Erst als mir bewusst wurde, dass mein Zorn und Hass bzw. mein Nichtverzeihen mich an Ereignisse und Menschen gebunden hielten und ich in meinem Schmerz dadurch gefangen blieb, begann ich offener gegenüber dem Konzept des Vergebens zu werden. Heute finde ich die Vergebungsübung im ThetaHealing eine der wichtigsten und heilsamsten Tools.

Doch was bedeutet es eigentlich zu vergeben?

Vergebung bedeutet im Allgemeinen, dass man jemandem verzeiht und ihm seine Schuld erlässt. Dem stimme ich nicht zu, da hier der Fokus mehr auf dem Anderen und dessen Handlungen liegt. 

Beim Vergeben geht es immer nur um dich. Meines Erachtens nach ist Vergeben nicht, sich etwas zu erklären oder Verständnis zu entwickeln für etwas oder jemanden und daraufhin zu verzeihen. Sicherlich kann dies ein Weg sein, doch ist es dann eher eine Vergebung aus dem Verstand heraus. Diese Form des Ent-Schuld-igen kommt eher aus dem Verstand.

Wahre Vergebung jedoch kommt aus dem Herzen. 

Aus dem Wunsch heraus frei zu sein von den bindenden Energien, frei davon zu sein, sich immer wieder die selbe Geschichte über geschehenes Unrecht zu erzählen. Frei zu sein vom Recht haben müssen oder von Schuldzuweisungen. Frei zu sein von dem Gefühl ein Opfer zu sein. Schlichtweg frei zu sein. 

Kurz gesagt: Vergebung bedeutet, dich mehr zu lieben als alles, was jemals geschehen ist, wie meine Lehrerin und Kollegin @thetaconnection so wunderbar formuliert hat.

Laut Vianna Stibal ist Vergeben auch ein starker Schutz. Wenn Du vergibst bedeutet dies, dass Du keinerlei negative Energien der anderen Person annimmst bzw. akzeptierst. 

Und wie funktioniert das nun mit dem Vergeben?

Eine gute Voraussetzung für das Vergeben sind die Bereitschaft dazu. Meiner Meinung nach sollte man sich selbst niemals zwingen jemandem etwas zu verzeihen. In meiner Erfahrung konnte ich auch nur unter dieser Voraussetzung vergeben. Solltest Du den Wunsch haben zu vergeben und dennoch starken Widerstand in Dir spüren ist es ratsam, sich zunächst dieses Sträuben gegen das Vergeben anzuschauen. 

Eine Wunder-volle Möglichkeit zu vergeben ist die Vergebungsübung von Vianna Stibal. Dazu „gehst Du in den Thetazustand“ bzw. auf die Siebte Ebene der Existenz. Gib dann die Anweisung: „Schöpfung allen Seins, es ist angewiesen, dass ich … (benenne die Person, welcher du vergeben möchtest) vergebe.“ Nun stelle Dir vor, dass die Person, die Dich verletzt hat vor Dir steht. Und dann sage dieser Person alles, was Du an Verletzung und Vorwurf in Dir trägst. Ohne etwas zu beschönigen oder abzumildern.  Sprich die Dinge so aus, wie Du sie wirklich empfindest, ohne Dich dabei zurückzuhalten. Wenn Du das Gefühl hast, alles gesagt zu haben, was Dir auf dem Herzen lag, sage zum Abschluss „Aber ich vergebe Dir“. 

Während der gesamten Übung lösen sich alle gespeicherten Energien und Emotionen wie Schmerz, Trauer, Wut und Hass. Vielleicht hat sich noch nicht alles gelöst, dennoch wirst Du Dich erleichtert fühlen. 

Manchmal kann es Angst auslösen, sich vorzustellen, dass die Person, welcher Du vergeben möchtest, vor Dir steht. Mir hat es geholfen mir vorzustellen, dass Schöpfung mir eine schützende Hand auf den Rücken legt. Du kannst Dir wen auch immer Du magst zur Seite stellen. Das kann auch eine Traumfigur sein oder Dein Schutzengel. 

Wichtig ist, Dich dabei nicht zu überfordern. Geh nur so weit, wie es Dir in diesem Moment möglich ist. Vergib immer in Deinem Tempo, so wie es Dir gut geht, also Deinem Bedürfnis entsprechend. Du kannst ja die Vergebungsübung jederzeit wieder machen. 

Würdige Dich selbst für diesen Schritt und den Mut, den Du dabei aufgebracht hast. Denn mit dem Akt der Vergebung lenkst Du Dein Leben in eine vollkommen neue Richtung, weg vom Festhalten an die Vergangenheit hin zu einer neuen Zukunft. 

Du kannst allen Menschen vergeben, bei denen Du es möchtest. Auch bereits verstorbenen Menschen. Und ganz wichtig, vergiss Dich selbst dabei nicht. Es ist so erlösend, sich selbst zu vergeben. Wenn Du dies tust, stelle Dir einfach vor, dass Du vor Dir stehst.

Nach dem Vergeben kann es passieren, dass diejenigen, denen Du vergeben hast, sich plötzlich bei Dir melden und sich entschuldigen. Oder dass ein vorher angespanntes Verhältnis plötzlich offener und freier ist. Denk daran, es geht beim Vergeben vor allem um Dich. Vergebung ist immer ein Akt der Selbstliebe.

Um die Wirkung des Vergebens intensiver zu spüren empfehle ich Dir einen Monat lang jeden Tag jemandem zu vergeben. Das können auch Kleinigkeiten sein. Zum Beispiel ein Lehrer, der Dich mal blöd behandelt hat. Oder eine längst verflossene Liebe. Oder eine Bedienung im Laden. Wer immer Dir einfällt – go for it. 

Esther Herrmann

thetathriving.de

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